Rallyeflug hat etwas derzeit sozial Konträres: Wer am wenigsten hat, ist Sieger!
Das war mit einem Lächeln versehen der erste Tenor der Teilnehmer der Deutschen Meisterschaften im Rallyeflug auf den alles entscheidenden Punktestand.
„Generalprobe absolut gelungen! Alles richtig gemacht, dass sich der Aero-Club und Zwickau als Austragungsort der 4. FAI World-Air-Navigation-Race-Championship im kommenden Jahr gegen das baden-württembergische Leutkirch durchgesetzt hat“, konstatierte Oliver Meindl, Fachreferent Navigationsflug im DAeC (Deutsche Aero Club) und Mitglied im WM-Org-Team nach den in der dritten Juliwoche an der Reichenbacher Straße ausgetragenen 32. Offenen Deutschen Meisterschaften im Rallyeflug. „Die zu befliegenden Korridore werden zur WM wesentlich kleiner sein. Darum haben die jetzt zur Deutschen Meisterschaft beflogenen Aufgaben genau das untermauert“, ergänzt der seit 2020 aktive Navigationsflieger. Er war selbst Teilnehmer der DM, beendete diese mit Platz 3, und konnte das zur Auswahl stehende Areal also gut in Augenschein nehmen.
Wie er zeigte sich auch Navigationsflug-Bundestrainer und Wettbewerbsleiter Henry Franzkowiak vom gesamt gebotenen Paket des Aero-Clubs begeistert:
Er freue sich schon, als Betreuer des deutschen Teams wieder in Zwickau sein zu können. Extra zur Siegerehrung war ebenfalls der Präsident des DAec Claus Cordes angereist und sagte:
„Ich kenne Zwickau von zig Segelflugmeisterschaften. Eine Meisterschaftsvergabe hier her kann mehr oder weniger blind erfolgen!“
Aero-Club-Vereinsvorsitzender Joachim Lenk nahm diese Komplimente, die von den Teilnehmern ebenso bestätigt wurden, vor allem im Namen der Helfer gern entgegen.

Präsident des DAec Claus Cordes, Oliver Meindl, Fachreferent Navigationsflug im DAeC, und Navigationsflug-Bundestrainer und Wettbewerbsleiter Henry Franzkowiak heben den Daumen, denn die Deutschen Meisterschaften im Rallyeflug können als gelungene Generalprobe für die im kommenden Jahr an gleicher Stelle vorgesehenen Weltmeisterschaften betrachtet werden.
Den Wettbewerb bestritten statt der gemeldeten 13 nur 11 Crews. Zwei Newcomer, zwei Advanceds mit ersten Wettbewerbserfahrungen und sieben Unlimiteds, die schon international oder bei vorherigen Deutsche Meisterschaften erfolgreich waren. Unter ihnen Weltmeister und WM-Teilnehmer und ein österreichisches Team. Ebenso wurden aufgrund der teils zu erwartenden extremen Wetterlagen die Wertungsflüge von vier auf drei reduziert. Samstagabend wurden dann die Sieger geehrt – die mit den besten Landungen, das beste Frauen- und Jugend-Team, in den jeweilig ausgeflogenen drei Kategorien und natürlich die Platzierten und Sieger der Deutschen Meisterschaft. Den Titel holten sich Marcus und Astrid Ciesielski vor dem österreichischen Team Robert deppe und Carla Moses sowie den Drittplatzierten Oliver Meindl und Marco Frenzel.

Das erste Mal bei einer Rallyeflug-Meisterschaft dabei und gleich eine Medaille – in der Extra-Wertung der Newcomer: Steffen Hladik und Siegmar Krahl sowie Leon Steige und Tim Ackermann (von links).

Neben der Meisterehrung gab es auch Medaillen in weiteren fünf Wertungen. Als bestes Frauenteam Alexandra Kirchner und Dörthe Grubek (von links).
Und das sächsische Team Thomas Kirchner und Roland Pietsch? Mit der Startnummer 1 in den Wettbewerb gestartet, landeten sie am Ende auf einem für sie guten 4. Platz. „Dabei sein war unser Anliegen. Wir kennen uns schon bestimmt vier Jahrzehnte, sind sonst immer gegeneinander geflogen. Jetzt wollten wir mal auf unsere alten Tage (beide 71 Jahre alt) als Team zusammen einen Wettbewerb fliegen“, meinte Kirchner. Pietsch erklärte: „Wir fliegen sonst mit jungen Leuten, um sie an diesen doch rasanten Sport und an das Handling heranzuführen“, der wie Kirchner national wie international schon auf so manchem Siegerpodest stand. Er ergänzt noch einige Details zu dieser „Schnitzeljagd per Flieger“:
Da die Aufgaben zur WM im kommenden Jahr für die Crews zeitlich wesentlich kürzer sein, keine sechzig Minuten betragen werden, wird dieses sportliche Großereignis mit Sicherheit ein Zuschauermagnet werden, lautet der zweite Tenor aller Beteiligten dieser erfolgreich verlaufenen Deutschen Meisterschaft.

Zum Abschluss stellten sich alle Teilnehmer und Helfer zur Erinnerung an diese Deutsche Meisterschaft inmitten zweier Flugzeuge einem gemeinsamen Gruppenfoto.
Fotos: uhe
