Großes Finale der Steeldart-Turnierserie
Am 30. August wurde im Haasenwald bei Ebersbrunn der Höhepunkt der Steeldart-Turnierserie ausgetragen.
Seit Oktober vergangenen Jahres hatten Veranstalter Heiko Haase und die Firma SDline insgesamt 15 Qualifikationsturniere auf digitalen Steeldart-Systemen ausgerichtet. Die 15 besten Spieler der Vorentscheidungen traten im Finalturnier gegeneinander an. Gespielt wurde die Disziplin 501 Single-In/Double-Out im Doppel-K.-o.-System über einen 16er-Turnierbaum. Den 16. Startplatz besetzte ein prominenter Gast: Fußballlegende Mario Basler. Sportlich verlief der Ausflug ans Oboard für ihn jedoch kurz – nach Niederlagen gegen Yannick Heidel und Leon Held schied er frühzeitig aus.
Das Ziel des Spiels (501 Double-Out)
Jeder Spieler startet mit 501 Punkten. Ziel ist es, den Punktestand exakt auf 0 zu reduzieren. Der letzte Pfeil muss zwingend auf ein Double-Feld (der äußerste schmale Ring) oder das Bullseye (Zentrum, zählt als Double-50) geworfen werden. Überwirft man sich (mehr Punkte geworfen als verbleiben oder Restpunktzahl 1), wird der Zug nicht gewertet und die Punktestandvorgabe des Zugs bleibt bestehen. Ein Spieler wirft pro Aufnahme 3 Darts nacheinander. Nur Darts, deren Spitze im Board stecken bleibt, bis die Punkte notiert sind, zählen. Die maximal erreichbare Punktzahl pro Aufnahme beträgt 180 Punkte (3-mal die Treble-20).

Im Gespräch mit Yannick Heidel aus Reichenbach
Du hattest gleich zu Beginn ein interessantes Los?
"Ich habe mich sehr gefreut, dass ich Mario Basler bekommen habe als erstes Los. Ich sag mal so, es hat sehr viel Spaß gemacht. Mario Basler war sehr sympathisch auf der Bühne, war ein gutes Spiel."
Und wie ist es ausgegangen?
"Ich habe 3:0 gewonnen im Endeffekt."
Hat er dir fair gratuliert?
"Ja, natürlich. Er war auch sehr fair während des Spiels."
Und wie war das Turnier besetzt?
"Das Turnier war stark besetzt und man konnte theoretisch gegen jeden verlieren. Du hattest ein paar sehr gute Leute dabei, die in der Runde über 70 trafen."
Du hast zu Beginn des Turniers mit dem dritten Platz geliebäugelt. Nun ist es ein starker vierter geworden, bist Du mit Deinem Abschneiden trotzdem zufrieden?"
"Am Ende bin ich schon zufrieden mit dem vierten Platz. Es ist natürlich schade, dass ich im Spiel um Platz 3 meine Matchdarts nicht nutzen konnte, aber am Ende hat mein Gegner verdient gewonnen. Letztendlich war es ein Turnier auf sehr hohem Niveau."
Bei welcher nächsten Gelegenheit stehst Du wieder am Oche?
"Als nächstes im Ligabetrieb für den DC Netzschkau Bulls im Laufe des Monats."

Yannick Heidel gewann sein Spiel gegen Mario Basler und belegte am Ende einen sehr guten vierten Platz © z2000/bde
DART-Endergebnis:
1. Mika Thümmler
2. Marcel Hochmuth
3. Sivio Fischer
4. Yannick Heidel
Basler im Kurzinterview: Direkt und trocken
Am Rande des Turniers erwies sich ein Gespräch mit dem Ex-Profi als organisatorische Hürde – Interviewwünsche mussten vorab angemeldet werden. Zu mehr als einer schnellen Frage ließ sich der Pfälzer zunächst nicht hinreißen.
- Zu Joshua Kimmichs fast direkt verwandelter Ecke:
Kimmich war am Bundesliga-Auftakt gegen Stuttgart nah am Torerfolg, ehe Dayot Upamecano den Ball noch per Kopf berührte. Baslers knapper Kommentar: „Ja, fast.“ Der Hintergrund: In der Saison 1994/95 gelangen Basler für Werder Bremen gleich drei direkt verwandelte Eckbälle. Im selben Jahr wurde er mit 20 Treffern Torschützenkönig. - Zur Aufstiegsregelung der Regionalliga:
Hier vertrat Basler eine deutliche Meinung: „Ganz klar: vier Staffeln, vier Meister, vier Absteiger. Fertig. Aber der Osten hat ja jetzt die Möglichkeit zum direkten Aufstieg.“ - Zu modernen Bällen:
Dass die Bälle früher schlicht geradeaus flogen – wovon Sachsenring-Legende Ludwig Blank einst gleich zweimal gegen Celtic Glasgow profitierte –, wollte der frühere Lauterer so nicht bestätigen. Allerdings bemerkte Basler abschließend: „Es ist für den Torschützen eher ein Vorteil, wenn der Ball nicht einfach geradeaus fliegt.“ - Zu Distanzschüssen im heutigen Fußball:
Auf die Frage, ob heutzutage zu selten auf das Tor geschossen werde, nickte er: „Ja, sag ich schon immer. Das war jetzt aber schon die dritte Frage.“
Damit war das Gespräch beendet.

Mario Basler bei seinem zweiten Spiel gegen Leon Held. © z2000/bde
Gute Stimmung am Nachbartisch: Zwickau-Fans zwischen FSV und Bayern
Am Nebentisch verfolgten Enrico Petzold und sein Kumpel Frank aus Kirchberg das Geschehen. Die beiden FSV-Zwickau-Fans waren primär wegen Mario Basler angereist. Schnell drehte sich das Gespräch um das jüngste Heimspiel der Zwickauer gegen Babelsberg. Zwar freuten sie sich über den Sieg der Rot-Weißen, das spielerische Auftreten hinterließ bei beiden jedoch Fragezeichen. Ihr Wunsch an das Team: „Dass die Jungs auch wieder attraktiveren Fußball spielen.“

FSV-Fans durch und durch: Enrico und Frank haben sich pudelwohl gefühlt. © z2000/bde
Dass Franks Herz neben dem FSV auch für den FC Bayern schlägt, hat eine besondere Geschichte: Als Elfjähriger schrieb er zu DDR-Zeiten alle Bundesligavereine an und bat um Souvenirs. Fast alle antworteten zügig – nur die Post aus München blieb aus. Das Paket hing im DDR-Zoll fest und wurde erst Monate später, stark geschrumpft, ausgestellt. Franks Mutter legte es ihm schließlich unter den Weihnachtsbaum. Die Überraschung saß so tief, dass er seit diesem Tag Bayern-Fan ist.
Fazit
Auch wenn den Fußballfans nicht jede Regelfeinheit des Dartsports geläufig war, zeigten sie sich begeistert von der Atmosphäre. Präzision fordert schließlich beide Sportarten – und die Stimmung im Ebersbrunner Haasenwald war durchweg entspannt. Dem Engagement der Veranstalter ist im kommenden Jahr ein noch größerer Zuschauerzuspruch zu wünschen.

Frank Gerlach mit Ikone Mario Basler © Enrico Petzold
